Konsumverhalten

Jeder Mensch hat so seine Ziele, nach denen er strebt. Der eine strebt nach einem neuen Auto und freut sich schon auf den fernen Tag, an dem er das Geld endlich zusammen hat. Ein anderer spart auf eine Reise nach Australien und noch ein anderer wünscht sich nichts, als einen Arbeitsplatz. Als nun der erste sein Auto endlich gekauft hat, freut er sich diesen Tag wie ein König, den Tag danach freut er sich auch noch und am dritten Tag muß er sich schon bemühen sich zu freuen, weil es doch soviel gekostet hat und so geht er dazu über, seinen Bekannten und Verwandten zu erzählen, wie toll sein Auto ist und was man dafür noch alles für tolle Teile zukaufen kann. Klare Sache, die Schüssel hat ne schwere Stange Geld gekostet und jetzt muß man das auch genießen und weil das unseren Autofan wurmt, daß er so blöd war wieder zu glauben, daß sowas glücklich macht, muß er alles nur Denkbare aufbieten, damit nur keiner dahinterkommt, daß er nicht wirklich dauerhaft Freude daran hatte. Es darf bloß jetzt keiner merken, daß unser Konsument mehr oder minder tief im Gemüt doch das Gefühl hat dumm gewesen zu sein und wie wäre das ja peinlich, wenn wer erkennt, daß hinter dem erfolgreichen Autokäufer einer steckt, der keine echten Ziele hat und deshalb eigentlich kreuzunglücklich ist.

Der zweite Sparer hat das erkannt und gibt nicht mehr so arg viel auf Zeug, das eine gewisse zweckmäßige Eleganz übertrifft und gibt das große Geld lieber für schöne Erlebnisse im fernen mystischen Australien aus. Man lebt schließlich nur einmal. Und weil man immer nur ein paar Wochen Urlaub im Jahr bekommt, muß man die ja richtig nutzen - alles vom Feinsten, einmal im Jahr richtig genießen. Und ist es dann mal soweit, geht es ab, erstmal ein paar Tage in Hong Kong, dann Touren kreuz und quer durch den Outback und voller Erlebnisse und selig von den schönen Anregungen und Impressionen zurück, noch ein paar Tage in den USA metropolitane Atmosphäre schnuppern und wieder zurück in den Alltag und nach einer Woche Nachurlaub zuhause, voller Elan wieder in den Arbeitsalltag, wo der Elan sich nach und nach unmerklich verliert, bis auf geringe Reste von Erinnerungen, an denen man noch seinen Lebtag zehren kann (wobei hier vorauszusetzen ist, daß unserer Urlauber schon ein gewisses Maß an lichter Reife im Geist erfahren hat, diesen Sinn fürs Wesentliche, ohne das sogar einfache Anregung nur schwer möglich ist). Ja, die Weite der Welt! Wenn unser Sparer nur mal im Lotto gewinnen würde, hach, also vorsorglich immer fleißig Lotto gespielt, obwohl man ja weiß, daß das nie was wird. Aber die noch so geringe Möglichkeit berechtigt wenigstens manchmal zu Träumen vom Falle wenn doch mal ... aber naja. Tja, wie nett die Leute da waren in Australien ...

Kandidat Nummer drei indes hat schwer zu tragen an der Schande der Arbeitslosigkeit. Aus Trauer zelebriert er täglich todessehnsüchtig seine eigene Beerdigung mit Hilfe einer beachtlichen Menge Dosenbier. Er kann nur neidisch zuhören wie Herr Eins von seinem tollen Auto erzählt oder Herr Zwei von seiner fantastischen Australientour und wird dann heimlich immer richtig depressiv (wobei auch hier wieder ein gewisses Maß an Reife und Selbstachtung vorausgesetzt ist, in diesem Fall die Fähigkeit wenigstens ein wenig mit sich anzufangen und eine gewisse Ordnung im Lebenswandel aufrechtzuerhalten), wenn die drei so zusammensitzen in ihrer Kneipe und jede Hoffnung für ihn vergebens ist, die Erzählungen seiner zwei besten Freunde nur halbwegs angemessen zu erwidern oder gar endlich mal zu toppen.

Zufrieden sind sie aber alle drei nicht und wenn da einer herkommen würde und sagte zu ihnen lachend: "Hey, Leute ich bin zufrieden mit meinem Leben, ich hab alles, was ich brauch und sogar noch ein ganzes Stück mehr. Was soll ich da noch brauchen? Mal unter uns - ich verschenke mein Geld, das ich nicht brauche, an Leute, denen es nicht so gut geht, wie mir. Da, denke ich, ist das besser angelegt, als bei mir." dann kann man mit ziemlicher Sicherheit davon ausgehen, daß zumindest bei Eins und Zwei ganz spontan die Mundwinkel gen Erdboden wandern und nach der Schocksekunde dann daran gegangen wird den Vierten im Bunde doch zur Vernunft zu bringen (wenn sie ihn nicht als hoffnungslosen Fall abhaken und das sein lassen) und ihm wenigstens ein wenig einzureden, daß die Menschen doch nur undankbar sind und wie toll ein teures Auto oder eine Reise nach Australien doch sein kann, denn jetzt gehen die zwei ja Gefahr, daß es ans Licht kommt, daß sie eigentlich garnicht zufrieden sind und sie der Peinlichkeit ausgesetzt sind, dabei ertappt zu werden, wie sie sich selbst das Blaue vom Himmel runtergelogen haben um wenigstens nicht erkennen zu müssen, daß Geld nicht zufrieden macht, sondern nur das Lächeln eines Menschen, dem man eine Freude gemacht hat so ganz im Stillen, sei es mit Geld oder sogar mit seiner liebevollen Zuwendung.

Was gibt es wohl für solche Verhaltensabläufe einen anderen Grund, als die Notwendigkeit aus eigener Unzufriedenheit heraus sich irgendein Wachstum einzureden. Daß die zwei so leidenschaftlich gerne von ihrer weltmännischen Schlauheit und ihren Taktiken erzählen, die sie zu noch größerem Wohlstand bringen werden, weil sie einfach gut sind und alles richtig machen? Was ist geistige Finsternis, wenn nicht das?

Jeder weiß, daß Reklame wirkt. Weshalb würden sonst die Umsätze einer Marke wachsen, wenn ihr Image "aufgeladen" wird? Aber Reklame wirbt nur in zweiter Linie für ein Produkt. In erster Linie wirbt die Reklame für die Konsumsekte! Sie vermittelt den immer sinnsuchenden Menschen die Botschaft: "Auf jede Sorge haben wir die Antwort. Wir machen euch alle glücklich." Natürlich können sie das alles nicht erfüllen, dafür hat die Elite der Konsumsekte aber ein bequemes Auskommen durch den Handel mit diesen Illusionen. Ihr Kapital ist der Glaube der Menschen an ihre Erlösung durch Mammon, den obersten Gott der Konsumsekte. Sie redet den Menschen ein, daß Zuckerwasser mit lustigem Blubber ein Jungbrunnen ist, daß Blechhütten auf Rädern beweglich machen, daß runde Kugeln gesund machen und dergleichen Unfug mehr.

Doch tatsächlich ist der Jungbrunnen nur eine Droge, die zum Zeitpunkt der Einnahme Energie freisetzen hilft, die dann später mehrfach fehlt, weil der Mensch in Unordnung gerät und sich erst langsam wieder sammelt; die Blechhütte eine Geldvernichtungsmaschine, die man mit Erwerbsarbeit füttern muß, welche wiederum den Menschen bindet und erschöpft und die runde Kugel wieder nur eine Droge, die den Menschen noch kränker macht, wenn auch kurzfristig die Symtome der Krankheit sich bessern, die man sich durch einen ungesunden Lebenswandel auf Rezept der Konsumsekte selbst eingefangen hat. Das Geschäft der Konsumsekte ist es also, den Menschen Probleme einzureden, damit sie sich wirkliche Probleme schaffen, die dann wieder von der Konsumsekte gelöst werden sollen, was wieder neue Probleme schafft und so weiter. So darf es nicht verwundern, daß kein Mensch bisher zufrieden und glücklich geworden ist der der Konsumsekte gefolgt ist und ihrer imposanten Proagandamaschinerie.

Ihr Motto ist also: "Wer nicht lacht wird kaltgemacht". Die Konsumsekte möchte am liebsten, daß die Menschen nur noch Partys feiern, weil sie da nicht zum Nachdenken kommen und keine ernsthaften Gedanken zu befürchten sind und die Menschen durch ihr zielloses Herumgewirbele keinen klaren Gedanken mehr auf gewisse Zeit zu fassen imstande sein werden. Sie lebt davon Wertschöpfung zu betreiben. Wertschöpfung ist dabei aber nichts anderes, als Probleme zu schaffen, zu warten bis sie bemerkt werden und dann ein Geschäft daraus zu machen, sie so zu verwischen, daß gleichzeitig neue Probleme entstehen. So werden die Menschen elegant für die Konsumsekte eingespannt und möglichst schonend gewinnbringend verheizt. Der Gewinn aber besteht in der Kontrolle über die Produktivkraft der Menschen die der Konsumsekte anhängen und somit einem weltlich faulen Dasein der oberen Sektenschichten zu Ungunsten des genannten Fußvolkes. Wie sonst als durch (meist selbst nicht oder nur bruchstückhaft bemerkte, sondern durch den Ungeist eingegebene) Irreführung brächte man die Leute dazu, das zu tun, was einem nützt im Tausch gegen Geld, das garnicht anders kann, als wieder zu den Verkäufern zurückzukommen.

Das ist freilich eine Metapher. Nicht, daß jetzt jemand auf die Idee kommt "die böse Konsumsekte" zu bekämpfen. Letztlich streut die Konsumsekte selbst bewußt Verschwörungstheorien unter die Menschen, die unglaubliche Einblicke in ihre finsteren Machenschaften geben, damit die Menschen dann zu dem Irrtum verleitet werden, daß man durch den Kampf gegen andere Menschen irgendetwas erreicht. So ist jede Verschwörungstheorie letztlich auch nur eine neuerliche Reklame für die Konsumsekte. Denn es ist doch nun wahrlich dasselbe Verhaltensmuster angesprochen: "Ich fühle mich nicht gut, da nehme ich eine Pille" oder eben "Die Konsumsekte richtet die Welt zugrunde, da muß man gegen kämpfen" Denn die Konsumsekte versucht nichts mehr geheimzuhalten, als daß alles Unangenehme was einem Menschen widerfährt von Gott so zugelassen ist, um den Menschen zu läutern oder vom Menschen selbst provoziert und meist beides in verschiedenem Verhältnis zusammen. Wenn die Menschen das herausfinden würden, dann wüßten sie, woher tatsächlich alle Probleme kommen und wie sie zu lösen sind - durch Läuterung der menschlichen Sündhaftigkeit und Hinwendung zu Jesus als Gott und Vater und Herr der ganzen Schöpfung (Sünde ist ein altbackener Begriff um zu benennen, daß jemand sein Ziel verfehlt, also seiner eigentlichen Natur, der Liebe, zuwiderhandelt und sich so von Gott, der die Liebe ist, abwendet um sich zu etwas hinzuwenden, das nicht das Ziel ist).

Der Mensch hat nämlich eine Aura voller Substanzen, die seinem Charakter und seinen Schwächen entsprechen und die das Organ des Menschen für seine Symphatie darstellt. Findet die Aura ihr verwandte Substanzen an einem Menschen, dann ist ihr das symphatisch, findet sie ihr fremde Substanzen, ist ihr das unsymphatisch. Deren Verhältnis bestimmt den Gesamteindruck. So aber geht der "aufgeklärte" Mensch durch sein Leben und ärgert sich darüber, daß er immer dieselben Idioten kennenlernt ohne jemals auf die Idee zu kommen, daß es vielleicht daran liegt, daß seine Aura diese Idioten anzieht, da er selbst genau so ein Idiot ist. Es kommt die Zeit, wo das jedes Kind wissen wird und was wird die Konsumsekte machen und probt sich schon heute darin? Na? Sie wird natürlich mit Auramedizin auf den Markt kommen, dafür Reklame treiben und vortreffliche Geschäfte machen. Ändern wird sich die Zusammensetzung der menschlichen Aura freilich nur, wenn der Mensch sich ändert, da die Aura die Entsprechung seines Charakters ist. Auch hier kann nur geraten sein, sich bei Jesus Hilfe zu erbitten.

An all die Kleingeister, die jeden Buchstaben der Bibel mindestens sechsfach umdrehen und jetzt voller falscher Heiligkeit bei sich meinen, daß das ja so nicht in der Bibel steht, sei die Frage gerichtet, ob es denn in der Bibel steht, daß die Erde eine Kugel ist? Obwohl der kirchliche Aberglaube seinerzeiten eher anderes annahm, war es bekanntlich doch so und daher muß die Frage lauten: "Wo steht in der Bibel, daß es anders ist?", wenn man vor lauter Lauheit und fehlender lebendiger Erfahrung des Geistes schon ohne Bibel nicht mehr aus dem Haus gehen mag.

Aber heute ist das Symphatieorgan des Menschen noch weithin unbekannt und so mag der "aufgeklärte" Mensch nur lächeln, wenn er etwas vom Karma hört oder ihm jemand vom Schicksal und der Vorsehung erzählt. Heute weiß der Mensch nichts von den Hintergründen und er findet das "mystisch" sich mit dem Gedanken zu befassen, ob es wohl sowas wie das Tao oder das Karma gäbe. Es gehört für ihn klar in die Gefilde der Religion oder "Spiritualität" und er glaubt, man könne nur ans Karma glauben, wenn man auch an irgendwelche höheren Kräfte glaubt. Doch wenn jeder vom Symphatieorgan wissen wird, dann wird das Thema nichts aber auch garnichts mehr mit "Übersinnlichem" und "Okkultem" (okkult=übersinnlich) und Akte-X-Mysterytrara zu tun haben. Soviel zum Mißverständnis, an Gott zu glauben hat mit geheimnisvollen, beziehungsweise irrational erscheindenden Ansichten und so zu tun. Das ist nur eine Frage, aus welchem Kulturzusammenhang man die Sache betrachtet.

An Gott zu glauben, heißt Gott zu kennen, wie man weiß, daß die Erde sich um die Sonne dreht - auch wenn man einen Menschen trifft, der das nicht weiß. Und wenn so ein wahrhaft gottgläubiger Mensch einen unwissenden Menschen trifft und ihm erzählt, daß es einen Gott gibt und daß die Erde sich um die Sonne dreht, dann kann dieser unwissende Mensch beides zunächst nur glauben, bis er es überprüft hat und dann kann er es auch wissen. Wer freilich nicht prüft und sich darauf beschränkt alle Gedanken über Nichtmaterielles abzulehnen oder eine "christliche" Folklore innerhalb einer "christlichen" Folklorekirche zu üben (immer lecker Weihnachten, Ostern, Schwipps, Schwapps und Schnullipups feiern!), sich gegenseitig immer aufs Neue zu beteuern, wie heilig doch Gottes Wort ist und ehrfürchtig und andächtig ihren Häuptling daraus zitieren zu lassen, dann ist das doch offenbar eine sehr bedauerliche Vorstellung, aber hat nicht zwangsläufig vom Äußeren her mit Gottesfürchtigkeit zu tun! Es gilt in geistigen Dingen immer der Grundsatz, beispielsweise einmal auf das Gebet bezogen: Ist das Gebet aus der Liebe zu Jesus und seiner Liebe zu den Menschen motiviert, ist es richtig getan; ist das Gebet aus Liebe zum Gebet motiviert, fehlt hingegen der belebende geistige Funke und das Ganze ist tot.

Diese Folklorevereine sind in diesem Maße also genausowenig Christen wie jemand ein Astronom ist, der glaubt, daß die Erde eine Scheibe ist und sich einen Scheißdreck darum schert, den Stand der Technik dazu zu gebrauchen, sich von seiner Meinung zu überzeugen, indem er diese seine Annahme kritisch prüft und sich stattdessen lieber ganz bequem Leute sucht, die auch seiner Meinung sind, um mit denen Erdscheibenfeste zu feiern und eine Menge über die vermutete Beschaffenheit der Erdscheibe zu schwafeln. - Ein Gottesfürchtiger fürchtet sich nicht vor Gott, sondern er liebt und kennt Gott als das was er ist und als das er sich ihm zu erkennen gibt und ein Sternenkundiger ist niemand, der irgendetwas von irgendwelchen Sternen verkündet, sondern jemand, der Sterne erforscht, mit den ihm gegebenen Mitteln.

Wenn Gott aber doch sagt, daß niemand zwei Herren dienen kann, Gott und dem Mammon (Mat 6:24), dann muß sich ein Mensch, der anderes tut, sich ja doch wohl nicht wundern, wenn er Gott nicht wirklich kennenlernt. Er kann freilich Folklore treiben, nutzen wird ihm das aber nicht sehr viel, wie auch noch nie jemand ein neues Kristall gefunden hat, der mit seinem Kristallfolkloreverein über Kristalle nur labert. Nun ist Gott aber ein Geist und es spielt der Ort innerhalb der Raumzeit keine Rolle an dem man ihn sucht, so wie bei Kristallen. Dafür kommt es aber darauf an, Gott immer ähnlicher zu werden, denn Gott ist ein Mensch (1Mo 1:27) und hat folglich auch eine Aura, die so funktioniert, wie oben dargelegt. Sich mit Gott zu einen, heißt also Gott anzuziehen und hat nebenbei bemerkt mit Persönlichkeitsverlust, wie manche ihn befürchten, nichts zu tun. Es wird ja auch niemand seine Persönlichkeit verlieren, wenn er im Laufe einer Ehe sich mit seinem Ehepartner mehr und mehr eint, also beide einander ähnlicher werden (auch wenn mancher Gegenteiliges zu behaupten geneigt sein wird, weil die Ehe an Lebendigkeit verloren hat, was aber auch seine konkreten Ursachen hat und nicht zwangsläufig so ist). Und so wird es immer und ewig der sein, der sucht, der auch findet.

Doch nicht der, der irgendwo sucht, sondern der, der im Geist sucht wird finden. Doch nicht der, der irgendwie im Geist sucht wird finden, sondern der, der sich selbst zu läutern sucht und sich verleugnet für die Liebe, der wird finden. Und so wird es immer bleiben.